Presseinformation

Ungebrochenes Engagement vor allem älterer Menschen

Umfrage gibt erstmals Einblick in die Situation der ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer in Münster/ Ausländeramt einziger Kritikpunkt seitens der Behörden

Münster, den 13.01.2017. Münsters Flüchtlingshelfer haben Durchhaltevermögen. Über 80 Prozent engagieren sich seit mehr als sechs Monaten. Es sind vor allem Menschen über 40, die sich vorrangig in Sprachkursen oder in der Kinderbetreuung betätigen. Das belegt eine Umfrage unter den Ehrenamtlichen der Flüchtlingshilfe Münster Ost. Nur rund die Hälfte der Engagierten fühlt sich immer genug in ihrer Tätigkeit unterstützt und 22 Prozent berichten über seelische Belastungen. Insgesamt scheint die Zahl der wirklich kontinuierlich mitarbeitenden Helferinnen und Helfer gesunken zu sein.

Durchgeführt wurde die Umfrage ehrenamtlich durch das Medienhaus Münster. „Senioren sind das wichtigste Rückgrat unserer Arbeit“, lobt Babette Lichtenstein van Lengerich, ehrenamtliche Mitbegründerin der Flüchtlingshilfe Münster Ost, das Engagement der älteren Generation. 23 Prozent der Helferinnen und Helfer seien über 40 Jahre alt, 41 Prozent über 55 und weitere 14 Prozent sogar über 70. „In der Hochphase der Flüchtlingskrise 2015 haben sich auch viele jüngere bei uns gemeldet, vor allem Studenten.“ Nicht wenige davon seien jedoch inzwischen in ihren Alltag zurückgekehrt.

An der Umfrage haben sich 69 Personen beteiligt, die im ca. 300 Köpfe starken Helferpool der Flüchtlingshilfe Münster Ost registriert sind. „Für uns ist auch die Beteiligung ein wichtiger Indikator. Denn die verhältnismäßig geringe Rückmeldung ist auch ein Indiz dafür, dass die Zahl unserer aktiven Mitarbeiter gesunken ist“, so Hans-Dieter Sauer, hauptamtlicher Koordinator der Flüchtlingshilfe Münster Ost. Die verbleibenden seien jedoch echte Marathonläufer. „32 Prozent engagieren sich seit über 12 Monaten bei uns und weitere 49 Prozent seit über einem halben Jahr.“ Die durchschnittliche wöchentliche Einsatzzeit liege zwischen einer und sechs Stunden.

„Interessant ist auch, dass die meisten Helfer sich mit einem bestimmten Arbeitsbereich identifizieren“, berichtet Pfarrer Reinhard Witt. „Sprachunterricht war mit gut 20 Prozent die am häufigsten genannte Tätigkeit, gefolgt von Patenschaften.“ Nur 15 Prozent würden Alleinstehende oder Einzelpersonen betreuen, der Fokus liege eindeutig auf der Arbeit mit Familien (26 Prozent) oder Gruppen (44 Prozent). Die meisten Rückmeldungen gab es von Helfern aus der Warendorfer Str., der Gutenbergstr. und der Lützowkaserne. „Die meisten unserer Helfer, nämlich gut 80 Prozent, engagieren sich nur in einer der acht von uns betreuten Einrichtungen und arbeiten dort sehr selbständig“, so Witt.



„Besonders wichtig war uns, neben den rein statistischen Daten auch etwas über die Befindlichkeit unserer Helfer zu erfahren“, berichtet Hans-Dieter Sauer. 54 Prozent sagen, dass sie sich in ihrer Arbeit immer genug unterstützt fühlen. Über 20 Prozent geben an, dass sie sich immer oder manchmal seelischen Belastungen ausgesetzt sehen. „Um hier noch besser zu werden, brauchen wir mehr hauptamtliches Personal“.



„Mir persönlich lag die Frage nach kritischen Anwürfen aus der Bevölkerung - egal ob persönlich oder in sozialen Netzwerken - sehr am Herzen“, berichtet Babette Lichtenstein van Lengerich. „Es war beruhigend zu sehen, dass hier immerhin 58 Prozent angeben, dass sie sich niemals solcher Kritik ausgesetzt sehen, der Rest nur selten oder manchmal.“ Zu berücksichtigen sei hier allerdings, dass die Umfrage im 3. Quartal 2016 durchgeführt wurde. „Ob sich diese Werte durch die jüngsten Attentate geändert haben, können wir nicht sagen.“

Im Rahmen der Umfrage wurde den Teilnehmern auch die Gelegenheit gegeben, sich individuell zu den Erfahrungen mit Behörden, aber auch mit Flüchtlingen zu äußern. Seitens der Behörden gab es gute Noten für die Mitarbeiter im Integration Point, bei der HWK und im Jobcenter. Kritische Stimmen gab es nur gegenüber der Ausländerbehörde. Die Kritikpunkte hier: Anonymes Agieren, das Ehrenamt wird nicht ernst genommen und es wird Arbeit der Behörden auf das Ehrenamt delegiert. Lange Wartezeiten sowie fehlende Ansprechpartner und Dolmetscher wurden ebenfalls benannt.

„Schön ist auch, dass viele unserer Helferinnen und Helfer die Arbeit mit den Flüchtlingen als persönlich bereichernd empfinden“, betont Pfarrer Reinhard Witt. Man empfinde diese als freundlich und dankbar. „Es wird auch über eine starke Motivation und Lernbegierigkeit besonders bei den Kindern berichtet. Auch den Gemeinschaftssinn loben die Befragten sehr.“

Problematisch sei bei einigen wenigen erwachsenen Flüchtlingen das wenig ausgeprägte Interesse am Erlernen der deutschen Sprache. „Wir vermuten, dass es sich hier vor allem um Menschen mit unsicherem Status oder schlechter Bleibeperspektive handelt. In solchen Fällen wird gemeinsam an Themen wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Konzentration gearbeitet“, beschreibt Hans-Dieter Sauer das Zusammenspiel von Fordern und Fördern in der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit. „Wir freuen uns jedenfalls sehr, dass sich so viele Menschen über einen so langen Zeitraum für dieses Thema einsetzen und hoffen, sie bleiben auch weiterhin mit uns am Ball.“



Mit Bravour bestanden

Sprachkurse ermöglichen zwei Handorfer Flüchtlingsfamilien den Start in ein eigenständiges Leben

 

Münster, 06.06.2016. „Wir haben in Bildung investiert und es hat sich zu hundert Prozent gelohnt“. Mit dieser positiven Bilanz gratuliert Koordinator Hans-Dieter Sauer jetzt den ersten Flüchtlingen, die ihre international anerkannte Sprachprüfung bei der VHS Münster mit guten Noten bestanden haben. Die aus Spendenmitteln finanzierten Kurse haben in mehrfacher Hinsicht positive Wirkung gezeigt: Sie waren der Schlüssel zu Job und eigener Wohnung.

 

VHS-Fachstellenleiterin Heike Epping-Hellrung ist ebenfalls voll des Lobes für Rrahman Fejzullahu und Agron Pecaku. "Beide haben enorme Fortschritte gemacht und durch regelmäßigen Kursbesuch und engagiertes Lernen die Abschlussprüfung mit Bravour bestanden." Rund sechs Wochen dauert ein Kurs, wobei täglich vier Unterrichtsstunden zu absolvieren sind. Begleitet wurden beide durch Elisabeth Kühn, die nicht nur Familie Fejzullahu eine Wohnung vermietet, sondern auch beide Männer bei behördlichen Belangen tatkräftig unterstützt.

 

Die beiden sympathischen Kosovo-Albaner sind auch sonst ein Musterbeispiel für gelungene Integration. Agron arbeitet bereits voll bei einem Abbruchunternehmen und finanziert sich und seine vierköpfige Familie auf diese Weise selbst. Den Job haben ihm Freunde besorgt. Rhahman hat ebenfalls bereits diverse Praktika absolviert und wird voraussichtlich im August eine Ausbildung zum Heizungs- und Sanitärtechniker beginnen. Im Kosovo hatte der Vater von drei Töchtern bereits im Bereich Kommunikationselektronik gearbeitet. Bis zum Ausbildungsstart absolviert er schon den nächsten Sprachkurs - wieder finanziert aus Spendenmitteln.

 

Kennengelernt haben sich die beiden im Flüchtlingsheim „Am Kirschgarten“ in Münster-Handorf. „Wir sind dort Freunde geworden, ebenso wie unsere Frauen und hoffen sehr, dass wir uns und unseren Kindern hier ein neues Leben ermöglichen können“, wünschen sich beide unisono. Auch die Frauen lernen fleißig Deutsch und sind schon sehr gut integriert. „Und unsere Kinder sprechen eh schon perfekt Deutsch und ziehen ihren Eltern gnadenlos davon“ berichten beide lachend.

 

Hans-Dieter Sauer bedankt sich nochmals ausdrücklich bei allen Spendern der Flüchtlingshilfe Münster Ost. „Ohne diese finanziellen Mittel wäre erfolgreiche Flüchtlingsarbeit, gerade im Bildungsbereich, kaum möglich.“ Die nächsten Schritte: Für Familie Pecaku wäre eine eigene Wohnung wichtig.

 




Stellungnahme der Flüchtlingshilfe Münster Ost zur stillen Demonstration von Flüchtlingen vor dem BAMF

Münster, 31.05.2016. Seit heute machen rund 50 Flüchtlinge vor der in Münster ansässigen Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in einer stillen Demonstration auf ihre schwierige Situation aufmerksam. Diese leben derzeit überwiegend in der Lützowkaserne in Münster-Handorf. Hauptkritikpunkt der Demonstrierenden, die zum Teil schon fast ein Jahr in Deutschland sind, ist die größtenteils immer noch nicht erfolgte Anhörung zur Asylantragsstellung beim BAMF bzw. die schleppende Antragsbearbeitung. Wir betreuen mit unseren Ehrenamtlichen den Großteil dieser Flüchtlinge seit Anfang Januar.

 

Zum Sachverhalt nehmen wir wie folgt Stellung:

 

Die Initiative und Planung zu dieser Demonstration ging eigenständig von den Flüchtlingen aus. Wir haben gleichwohl Verständnis für den Unmut und die Sorgen der Demonstrierenden.
Der überwiegende Teil stammt aus Syrien, dem Irak, Afghanistan oder anderen Ländern, in denen Krieg oder Verfolgung herrschen. Diese Menschen, um die wir uns kümmern, haben Schreckliches erlebt und alles verloren, zum Teil sind sie psychisch belastet und traumatisiert. Trotzdem meistern sie ihr schweres Schicksal mit bewundernswerter Geduld. Ihren Wunsch, hier bei uns ein neues Leben zu beginnen, können wir mehr als gut nachvollziehen und wir wünschen ihnen, dass sie trotz ihres schweren Schicksals hier heimisch werden können.

 

Mit unserer Arbeit versuchen wir, die lange Wartezeit bis zur Klärung des Asylstatus mit unseren Angeboten so gut es geht erträglich zu machen. Wir organisieren Begegnung, Sprachförderung, Freizeitgestaltung, Kinderbetreuung, Wohnungssuche sowie fallweise Arbeitsaufnahme und leisten auf diese Weise einen Beitrag zur gesellschaftlichen Integration. Wir wissen, dass alle Behörden an den Belastungsgrenzen arbeiten, gleichwohl sind wir auch der Meinung, dass die Verfahren deutlich zu lang sind und kurzfristig beschleunigt werden sollten. Denn je länger die Wartezeit dauert, desto mehr nehmen Lethargie und Depression zu, die es noch schwerer machen, die Menschen zu erreichen.

 

Gerade die Flüchtlinge in der Lützowkaserne leben in der abgelegenen Einrichtung unter schwierigen Bedingungen und machen sich große Sorgen um ihre Zukunft. Wir erleben diese Menschen ebenso wie die anderen von uns betreuten Flüchtlinge als überaus freundlich, kultiviert und motiviert. Wir haben Verständnis dafür, dass sie mit dieser Demonstration auf sich aufmerksam machen. Junge Menschen, die ihr Studium fortsetzen wollen, Ehemänner, die sich Sorgen um ihre in Syrien verbliebenen Kinder und Ehefrauen machen, Menschen, die verfolgt und misshandelt wurden – sie alle brauchen dringend Klarheit über ihre Zukunft und eine verlässliche Lebensperspektive.

 

Gleichzeitig hoffen wir, dass die neu in Münster entstandene Außenstelle des BAMF jetzt schnell gewährleistet, dass alle Flüchtlinge in Münster und Umgebung zügig angehört und ihre Anträge zügig bearbeitet werden. Wir werden auch weiterhin alles tun, damit die Integration dieser Menschen erfolgreich verläuft.

 




Stellungnahme der Flüchtlingshilfe Münster Ost zur Sendung „Report aus München“ vom 8. März 2016

Münster, 10.03.2016. In der Sendung „Report“ vom 8.3.2016 wurde ein Beitrag ausgestrahlt, der sich mit illegalen nordafrikanischen Asylsuchenden beschäftigt. Diese sollen aus Frankreich und Belgien nach Münster gekommen sein, um dem Fahndungsdruck, der dort derzeit herrscht, zu entgehen. Der Beitrag kritisiert, dass dieses Phänomen den Behörden schon länger bekannt sei. Als Beweis hierfür wird ein höchst vertrauliches Schreiben des Innenministeriums des Landes NRW, das Bezug auf eine Meldung des Verfassungsschutzes nimmt, herangezogen. Wir gehen davon aus, dass es auch Münsteraner Behörden bekannt ist.

 

In dem Schreiben wird berichtet, dass diese Menschen ihren Lebensunterhalt bevorzugt durch Drogenhandel und Eigentumsdelikte bestreiten und diesen Aktivitäten gerne in Münster in Bahnhofsnähe nachgehen würden. Die vor allem aus Algerien und Marokko stammenden Menschen würden bevorzugt falsche Personalien angeben. Ihre Ausweispapiere hätten sie bewusst vernichtet. Münster werde als angenehmer Aufenthaltsort empfunden, weil man hier mit geringem Aufwand ein angenehmes Leben führen könne.

 

Das Schreiben ist datiert auf den 20. Januar 2016 und liegt uns vor. Wir sind von „Report“ damit konfrontiert worden und haben uns nach reiflicher Überlegung entschlossen, uns dazu in der Sendung zu äußern.

Unsere Haltung zu diesem Sachverhalt erklären wir wie folgt:

Die Flüchtlingshilfe Münster Ost ist eine überkonfessionelle und überparteiliche Initiative. Unser Leitsatz ist es, grundsätzlich allen Flüchtlingen - unabhängig von Herkunftsland, Religion und Fluchtgrund - so gut wie möglich zu helfen, hier bei uns einen neuen Anfang zu finden. Das tun wir gemeinsam mit großem Engagement und überaus erfolgreich.

 

Gleichzeitig müssen wir uns jedoch davor schützen, unsere Hilfsbereitschaft auf Menschen auszudehnen, die mit unlauteren Absichten zu uns kommen. Wir finden es daher inakzeptabel, wenn durch Politik und Verwaltung des Landes NRW in Kauf genommen wird, dass einer unserer ehrenamtlichen Helfer in Münster tagsüber einem Flüchtling z.B. Sprachunterricht erteilt und dieser dann abends hinterm Bahnhof mit Drogen handelt oder stiehlt. Damit wird die Hilfsbereitschaft unserer Aktiven ausgenutzt und zudem unser ganzes Projekt gefährdet. Flüchtlinge drohen generell stigmatisiert zu werden und Münsters einzigartige Willkommenskultur, zu der auch wir beitragen, ist durch so ein Verhalten gefährdet. Auch die Geber von Geld- und Sachspenden, auf die wir zwingend angewiesen sind, müssen sich darauf verlassen können, dass wir ihre Hilfe verantwortungsvoll einsetzen.

 

Ebenfalls inakzeptabel ist es, wie in diesem Fall durch die Medien informiert zu werden. Wir erwarten, dass die zuständigen Stellen in Politik und Verwaltung uns über solche höchst brisanten Sachverhalte unmittelbar in Kenntnis setzen.

 

Es ist uns allen sehr wichtig, dass diejenigen Flüchtlinge, die wirklich unsere Hilfe brauchen, nicht mit Kriminellen „in einen Topf geworfen werden“ und die bislang in Münster von vielen Haupt- und Ehrenamtlichen geleistete exzellente Hilfs- und Integrationsarbeit Risse bekommt. Wir wollen und werden auch weiterhin mit aller Kraft für diese Menschen da sein.

 

Gleichwohl werden wir kriminelle Vergehen von Flüchtlingen, die wir betreuen, zur Anzeige bringen, sollten wir davon Kenntnis erlangen. Denn die Akzeptanz und Einhaltung der bei uns geltenden Gesetze ist für uns unabdingbare Voraussetzung für eine gelungene Integration. Diese Grundhaltung vermitteln wir daher auch jedem Flüchtling, für den wir uns engagieren.

 




„Damit auch Flüchtlingskinder mal ein Geschenk bekommen“

Rund 250 EURO haben Mauritzer Kinder für die Flüchtlingshilfe Münster Ost gesammelt, um Flüchtlingskindern zu helfen.

<strongMünster, 11.08.2015. Was tun wir in den langen Sommerferien? Die Kinder vom Ida-Siekmann-Weg haben die Zeit gut genutzt: Mit dem Verkauf von Selbstgebasteltem und einem Garagenflohmarkt haben sie über 250 EUR verdient, die sie gestern an die Flüchtlingshilfe Münster Ost übergeben haben.

 

„Die Kinder haben ein eindrucksvolles Zeichen dafür gesetzt, dass jeder etwas für Flüchtlinge und auch andere bedürftige Menschen tun kann“ freut sich Jürgen Wiltink, Flüchtlingskoordinator für Mauritz. Der Diakon der Gemeinde Sankt Mauritz nahm heute gerne das gesammelte Geld aus den Händen der Kinder vom Ida-Siekmann-Weg entgegen. „Es kommt auf unser Spendenkonto und wird dem Wunsch der Kinder gemäß gezielt für Flüchtlingskinder eingesetzt“. In Frage komme beispielsweise ein Ausflug, ein Besuch auf dem Send oder auch besondere Geschenke für die Flüchtlingskinder, die in der Einrichtung an der Warendorfer Straße leben.

 

Gedauert hat die Aktion rund eine Woche. „Wir haben erstmal zusammen gebastelt. Am besten haben sich Glückssteine und bemalte Muscheln verkauft“ erzählt eines der Kinder. Auch ein Trödelmarkt habe einen guten Gewinn erzielt.

 

Besonders gefreut haben sich die Kinder, dass sie bei der Übergabe auch zwei kleine Flüchtlingskinder kennenlernen konnten. Anisa und Xhemeta aus der Flüchtlingseinrichtung in Handorf kamen nämlich zufällig vorbei. Sie waren gerade mit ihrem Vater auf dem Weg zum Krankenhaus, wo heute Morgen ihre kleine Schwester geboren worden war. Der größte Wunsch von Rahim Fejzullahu, der gelernter Techniker für Telekommunikation ist: Schnell einen Job finden, um die Familie wieder selbst ernähren zu können.

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Sundke, Julius, Theda, Charlotte, Cecilie, Alena, Jana, Livia, Antonia, Matthea und Helene haben zusammen mit anderen Kindern aus dem Ida-Siekmann-Weg 250 Euro für Flüchtlingskinder gesammelt. Bei der Übergabe an Gemeindediakon Jürgen Wiltink (hinten links) lernten sie zufällig auch Anisa und Xemetha (vorne links), zwei betroffene Kinder mit ihrem Vater Rahim aus Handorf kennen.

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Handorf: Erste Flüchtlinge müssen zurück in den Kosovo

Nach der Ablehnung ihres Asylantrages muss die erste Familie Deutschland verlassen / Schwieriger Abschied für alle Beteiligten

Münster, 15.07.2015. Was sich seit Wochen abzeichnete, wurde nun sehr schnell Realität: Die aus dem Kosovo stammende Familie Haliti muss nach Ablehnung ihres Asylantrages Deutschland verlassen. Vater, Mutter und die kleine Sumeja machten sich heute auf den Rückweg in ihr Heimatland. Mit einem kleinen Abschiedstreffen in der Flüchtlingseinrichtung „Am Kirschgarten“ verabschiedete die Flüchtlingshilfe Münster Ost jetzt die Halitis.

 

Im Gegensatz zu anderen Bewohnern des Kirschgartens sind die Halitis keine Roma. Trotz bestehender früher Schwangerschaft von Frau Haliti wurde von den zuständigen Behörden entschieden, dass die Familie ausreisen muss. „Es tut uns für die Familie sehr leid“, sagt Hans-Dieter Sauer, Koordinator der Flüchtlingshilfe Münster Ost. „Wie die anderen Bewohner im Kirschgarten haben die Halitis die Begegnung und Integration in unserem Stadtteil mit viel Freude gesucht. Es ist immer schmerzhaft, Lebewohl sagen zu müssen“, so der Pastoralreferent der katholischen Petronilla-Gemeinde.

 

Um den Halitis den Abschied so leicht wie möglich zu machen, hat die Flüchtlingshilfe Münster-Ost ein Maßnahmenpaket geschnürt, das die Rückkehr in den Kosovo etwas erleichtern soll. So durfte die Familie sich in der Kleiderkammer kostenlos mit allem eindecken, was benötigt wird. „Weiterhin haben wir Unterstützung durch kirchliche Partner-Institutionen im Kosovo organisiert, die die Familie in Empfang nimmt und versucht, die schlimmsten existentiellen Nöte so gut es geht abzufedern“, berichtet Reinhard Witt, Pfarrer der evangelischen Zionsgemeinde in Handorf.

 

In der mobilen Flüchtlingseinrichtung am Kirschgarten leben derzeit acht Familien, die alle vom Balkan stammen. „Gerade für die vielen ehrenamtlichen Helfer ist es nicht einfach, nun wieder Abschied zu nehmen, jetzt, wo so viele Kontakte aufgebaut wurden“, so Sauer weiter. Im Frauentreff, in der Kinderbetreuung, bei Sprachkursen, aber auch durch Ausflüge, gemeinsameFeste oder einfach Besuche seien viele persönliche Beziehungen entstanden. Wer sich in der Flüchtlingshilfe engagiere, wisse jedoch, dass auch das Abschiednehmen immer dazugehört.

 

„Es gibt so unendlich viel Elend und Armut in der Welt, die wir nicht ändern können. Aber dort, wo Gott uns hin gestellt hat, können wir im Rahmen unserer Möglichkeiten helfen, so gut es geht“, fasst Pfarrer Witt den Leitgedanken der Initiative zusammen. In diesem Geist wird die Flüchtlingshilfe Münster Ost ihre bisher so erfolgreiche Arbeit weiter fortsetzen.

 

Jobs gesucht
„Derzeit bemühen wir uns beispielsweise, Flüchtlingen, die eine Arbeitserlaubnis haben, Beschäftigungsverhältnisse zu vermitteln“ berichtet Babette Lichtenstein van Lengerich, die sich neben der Öffentlichkeitsarbeit um diesen Bereich kümmert. „Viele sprechen schon ein bisschen oder sogar sehr gut Deutsch und freuen sich sehr über passende Angebote, zum Beispiel in der Gastronomie, im Gartenbau, im Bäckereigewerbe etc.“. Aber auch höher qualifizierte Personen gebe es. „Aktuell suchen wir beispielsweise für einen jungen Familienvater mit technischem Schulabschluss eine Beschäftigung.“ Attraktiv für Arbeitgeber seien auch Fördermittel, die bestimmten Fällen für Unternehmen zur Verfügung stehen, so die Unternehmerin.

 

Wer Lust hat, im Rahmen von Familienpatenschaften mit den Halitis weiter den Kontakt zu pflegen, ist ebenfalls herzlich eingeladen.

 

Kontakt: info@fluechtlingshilfe-muenster-ost.de
www.fluechtlingshilfe-muenster-ost.de

Die Flüchtlingshilfe Münster Ost versucht, der Familie Haliti die Rückkehr in den Kosovo so gut wie möglich zu erleichtern. Vorne (v.l.n.r): Babette Lichtenstein van Lengerich mit der Tochter der Halitis, Gerta Stobbe (Frauentreff), Hans-Dieter Sauer (Koordinator der Flüchtlingshilfe) Hinten: Gabrielle von Schierstädt (2.v.l., Sozialbüro Handorf), Familie Haliti (2.u.4.v.r.), Josef Stein ( 3.v.r., Sozialarbeiter Stadt Münster), Pfarrer Reinhard Witt.

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Kleiderkammer „TRAGBAR“ eröffnet

Das in ehrenamtlicher Zusammenarbeit renovierte Ladenlokal im Bezirk Münster-Ost bietet ab sofort gebrauchte Kleidung und Spielzeug für Flüchtlinge und andere Bedürftige.

Münster, 13.04.2015. Viele Hände – schnelles Ende: Nur zwei Monate nach dem Startschuss der gemeinsamen Arbeit eröffnet die Flüchtlingshilfe Münster Ost ein eigenes Ladenlokal. Die „TRAGBAR“ – so der Name der neuen Kleiderkammer - steht allen Bedürftigen im Bezirk Münster-Ost offen. Beteiligt an dem Projekt waren viele ehrenamtliche Helfer. Tatkräftig beim Renovieren geholfen haben auch einige Handorfer Flüchtlinge.
„Es ist gut, dass wir mit dem Ladenlokal in der Ludwig-Wolker-Str. einen zentral gelegenen Standort anbieten können“, freut sich Martina Klimek. Die Bezirksbürgermeisterin dankte allen Beteiligten für die tatkräftige und effektive Arbeit. In einer Rekordzeit von nur knapp vier Wochen wurde die ehemalige Fleischerei ausschließlich von ehrenamtlichen Helfern von Grund auf renoviert. “Fußboden legen, spachteln, verputzen, streichen, Grundreinigung – die Handorferinnen und Handorfer haben alles gegeben und das Ergebnis kann sich sehen lassen“, lobt Klimek.
„Unser besonderer Dank gilt auch den vielen Spendern von Mobiliar und Kleidung“, ergänzt der Pfarrer der katholischen Kirchen-Gemeinde St. Petronilla, Jürgen Streuer. „Die Tatsache, dass auch einige unserer neuen Mitbürger aus der Flüchtlingseinrichtung „Am Kirschgarten“ tatkräftig mit angefasst haben, zeigt zudem, wie gut die Integration der acht Familien schon geglückt ist“, freut sich Reinhard Witt, Pfarrer der evangelischen Zionskirche Handorf.

 

Gegen einen kleinen Obulus – je nach Kleidungsstück ab 0,50 € aufwärts – können alle Bedürftigen sich hier mit gebrauchter, aber sehr gut erhaltener Kleidung eindecken. Auch Spielzeug und anderes hat die „TRAGBAR“ im Angebot. Die Öffnungszeiten sind zunächst montags von 10 bis 12 Uhr und freitags von 12.30 bis 15.30 Uhr. Kleiderspenden können mittwochs zwischen 15 und 17 Uhr abgegeben werden. Das Sortieren und Pflegen der Kleidung erfolgt ebenfalls Mittwochs. Gemanagt wird das gesamte Projekt von einer derzeit 12-köpfigen Gruppe ehrenamtlicher Helfer.

 

Angenommen wird ausschließlich saubere, gebügelte, einwandfreie und moderne Kleidung für Männer, Frauen und Kinder. „Was nicht über die Kleiderkammer veräußert werden kann, wird zur Weiterverwertung an die Malteser weiter gegeben“, erläutert Hans-Dieter Sauer, Leiter des ökumenischen Sozialbüros in Handorf und Koordinator der Flüchtlingshilfe Münster-Ost.

Viele freiwillige Helfer haben bei der Renovierung und Bestückung der neuen Kleiderkamme rmit angepackt. Bezirksbürgermeisterin Martina Klimek (2.v.l.) dankte allen Beteiligten.

Viele freiwillige Helfer haben bei der Renovierung und Bestückung der neuen Kleiderkammer mit angepackt. Bezirksbürgermeisterin Martina Klimek (2.v.l.) dankte allen Beteiligten.

Auch einige Flüchtlinge halfen tatkräftig bei der Renovierung des zentral gelegenen Ladenlokals.

Auch einige Flüchtlinge halfen tatkräftig bei der Renovierung des zentral gelegenen Ladenlokals.

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Die Hilfe rollt an

Beim 2. Treffen der Flüchtlingshilfe Münster Ost informierten sich über 80 Zuhörer über die nächsten Schritte / Gründung von Arbeitskreisen

Münster, 23.02.2015. Großer Andrang im Pfarrheim St. Petronilla: Über 80 Freiwillige und interessierte Bürger informierten sich kürzlich beim zweiten offiziellen Treffen der Flüchtlingshilfe Münster Ost und boten aktive Hilfe an. Diese wird jetzt gemeinsam in Arbeitskreisen koordiniert. Wichtige Themen waren neben der Einrichtung von Sprachkursen für Erwachsene auch die im Aufbau befindliche Kleiderkammer.

 

Sozialarbeiter Freddy Kika informierte die aus allen Altersgruppen stammenden Zuhörer über die aktuelle Situation in der mobilen Wohneinheit „Am Kirschgarten“: „Die Einrichtung ist inzwischen mit 45 Personen voll belegt. Aktuell wohnen dort 45 Personen, davon 29 Kinder. 11 Kinder sind noch nicht schulpflichtig, sechs Kinder sind im Grundschulalter und 12 sollen auf weiterführende Schulen gehen“, so der engagierte Kika, der neben Handorf auch noch eine weitere Einrichtung in Coerde betreut. Die acht Familien stammten alle vom Balkan und sprächen überwiegend Romanes, „Vier Familien kommen aus dem Kosovo, zwei aus Serbien, eine aus Bosnien und eine aus Mazedonien", beantworte Kika die vielfach gestellte Herkunftsfrage der neuen Mitbürger. Derzeit bemühe er sich, für die größeren Kinder Plätze in Schulen zu bekommen, die auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar seien, berichtete Kika. Die kleineren Kinder könnten in Handorf zur Schule gehen.

 

Beim Treffen wurden Listen verteilt, aus denen im nächsten Schritt nun Arbeitskreise koordiniert werden. Wichtig, so Kika, seien vor allem erst einmal Sprachkurse für Erwachsene. Hierfür fanden sich genug Freiwillige. Dieser Arbeitskreis wird von Jochen Kriegeskorte von der Diakonie Münster koordiniert. Ein weiteres wichtiges Thema ist die im Aufbau befindliche Kleiderkammer. Pastoralreferent Hans-Dieter Sauer vom Sozialbüro Handorf, Koordinator vor Ort, hofft, dass die Verträge hierfür im Laufe der nächsten Woche unterschriftsreif sind. Bezirksbürgermeisterin Martina Klimek: „Die Kleiderkammer wird mitten in Handorf eröffnet und soll auch für andere Bedürftige zugänglich sein.“ Sie selbst wird sich um diesen Arbeitskreis kümmern. Auch für die Bereiche Behördengänge und Arztbesuche gab es genug Interessenten. Den Bereich Beschaffung von Möbeln, Transporte sowie die Öffentlichkeitsarbeit wird Babette Lichtenstein van Lengerich vom Medienhaus Münster koordinieren.

 

Hans-Dieter Sauer betonte, dass die Flüchtlingshilfe Münster Ost nicht nur für den Kirschgarten zuständig sei. „Wir haben seit geraumer Zeit die Einrichtung am Sundern und werden auch in Gelmer und in Dorbaum weitere Flüchtlingsunterkünfte bekommen“. Von daher sei tatkräftige Hilfe sehr willkommen.

 

„Sprachkurse für Erwachsene und Beschäftigungsmöglichkeiten sowie Sport sind besonders wichtig, weil Integration nur dann gelingt, wenn Verständigung möglich ist", so Freddy Kika. Allerdings müsse man sich auch immer darüber im Klaren sein, dass Flüchtlinge aus dem Balkan im Regelfall nur wenige Monate oder Wochen in Deutschland blieben. „In 99 Prozent der Fälle werden die Flüchtlinge wieder ausgewiesen", so Kika. Zwei der Handorfer Familien seien zudem schon zum zweiten Mal in Deutschland, könnten demzufolge keinen Asylantrag stellen, sondern bekämen nur den sogenannten Duldungsstatus.

Über 80 Freiwillige und interessierte Bürger informierten sich über die Situation und boten tatkräftig ihre Hilfe an.

Sozialarbeiter Freddy Kika betreut die Flüchtlinge in der mobilen Wohneinheit „Am Kirschgarten“. Er informierte über die aktuelle Situation und beantwortete die vielen Fragen der Gäste.

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Flüchtlingsheim “Am Kirschgarten”: Die erste Familie ist da

Delegation der Flüchtlingshilfe Münster Ost heißt die neuen Nachbarn willkommen.

Münster, 09.02.2015. Die ersten acht sind da: Mit der Familie Cigani haben heute die ersten Flüchtlinge die neue Flüchtlingsunterkunft im Zentrum von Münster-Handorf bezogen. Bezirksbürgermeisterin Martina Klimek begrüßte zusammen mit dem örtlichen Flüchtlings-Koordinator Hans-Dieter Sauer vom ökumenischen Sozialbüro der St. Petronilla-Gemeinde und Pfarrer Reinhard Witt von der evangelischen Kirchengemeinde Handorf die neuen Mitbürger. Begleitet wurden die Neuankömmlinge von Freddy Kika, Sozialarbeiter bei der Stadt Münster, der bei der Eingewöhnung behilflich ist.

 

Martina Klimek: “Wir hoffen, dass Sie sich bei uns wohl fühlen und sich schnell hier in Handorf einleben.” Da die mobile Wohneinheit in Handorf sehr zentral liege, seien Einkaufsmöglichkeiten, Schulen und sonstige öffentliche Einrichtungen sehr gut zu erreichen. Viele engagierte Handorferinnen und Handorfer haben bereits ihre Mitarbeit und Unterstützung zugesagt, um den Flüchtlingen den Start im Ort zu erleichtern. Die Hilfsangebote reichen von Fahrdiensten über Einkaufsbegleitung und Dolmetschen bis hin zur Sammlung einer Erstausstattung für den Schulbesuch der Kinder. „Wir haben bereits Tornister für alle sechs Kinder, die mit einem Alter zwischen 6 und 16 Jahren wohl zur Schule gehen werden“ freut sich die Bezirksbürgermeisterin.

 

Zunächst gilt es nun, den Flüchtlingen ausreichend Zeit für die Eingewöhnung zu geben, bitten der örtliche Koordinator Hans-Dieter Sauer und Sozialarbeiter Kika um etwas Geduld. „Wir werden gezielt schauen, was wirklich gebraucht wird und dann diesen Bedarf veröffentlichen“, so Sauer. Hierzu wurde von Babette Lichtenstein van Lengerich, die sich ehrenamtlich um die Öffentlichkeitsarbeit der Initiative kümmert, eine Website sowie eine Facebookseite eingerichtet, wo Hilfsinteressierte jeweils schauen können, was genau benötigt wird.

 

Besonders freuten sich die Ciganis auch über den Kuchen, den die Handorferin Gerta Stobbe als Willkommensgeschenk mitgebracht hat. Die nächste Familie wird morgen in Handorf erwartet.

 

Die Familie Cigani (vorne) im Kreise der Handorfer Willkommensdelegation: v.l.n.r. Freddy Kika (links), Pfr. Reinhard Witt, Martina Klimek, Hans-Dieter Sauer, Gerta Stobbe (rechts vorne)

Die Familie Cigani (vorne) im Kreise der Handorfer Willkommensdelegation: v.l.n.r. Freddy Kika (links), Pfr. Reinhard Witt, Martina Klimek, Hans-Dieter Sauer, Gerta Stobbe (rechts vorne)

Die Handorfer Willkommensdelegation:  Pfr. Reinhard Witt (ev. Kirchengemeinde Handorf). Hans-Dieter Sauer (örtlicher Koordinator der Flüchtlingshilfe, St. Petronilla-Gemeinde), Freddy Kika (Stadt Münster), Gerta Stobbe, Bezirksbürgermeisterin Martina Klimek,

Die Handorfer Willkommensdelegation: Pfr. Reinhard Witt (ev. Kirchengemeinde Handorf). Hans-Dieter Sauer (örtlicher Koordinator der Flüchtlingshilfe, St. Petronilla-Gemeinde), Freddy Kika (Stadt Münster), Gerta Stobbe, Bezirksbürgermeisterin Martina Klimek,

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